27.3.06

weekend ends week

Man soll ja nicht jammern, wenn man arbeit hat. Aber dieses Wochenende war gar nicht nach meinem Geschmack. Aus der Zeit meiner militärischen Aktivitäten habe ich eine Tätigkeit geerbt, die sporadisch meinen Einsatz fordert. Die Prozedur ist sehr umständlich und minutiös druchgestilt. Die rufen mich an und sagen nur "Brutus an Godzilla, Rückruf immediat". Was so viel heisst, dass ich zurückrufen soll auf eine Nummer, die ich mir merken und dann wieder vergessen musste. Ein Merksatz dazu haben sie mir mitgegeben, mit dem ich in absoluter Enstpannung die Tlefonnummer wieder aktivieren kann. Leider habe ich vergessen, wie ich diese absolute Entspannung hervorrufen kann und so kommt es mir entgegen, dass ich mir die Nummer notiert habe. Natürlich habe ich den geheimen Charakter der Nummer berücksichtig und entsprechend die Nummer in Blöcken von zwei Zahlen über meine ganze Wohnung verstreut. Aber am einfachsten ist es mit dem Telefon , da habe ich die Nummer unter dem Namen Cret Topse abgespeichert, wobei ich jeden Zahl um 1 erhöht habe - clever, nicht? Mit dieser Nummer muss ich dann in eine Telefonkabine und anrufen. Dabei lasse ich das erste Mal einmal klingeln, das zweite Mal dreimal und das drittemal, bis sie abnehmen. "Lieferung as usual und Konditionen minus 33%" waren ihre Instruktionen. Das heisst, ich gehen am Samstag auf den 09:37 Zug nach Bucuresti und nehme im dritten Wagen einen Koffer entgegen, den ich mir an das Handgelenk kette und den ich bis nach Bucuresti behüte wie meinen Augapfel. Dort werde ich von dem Teil erlöst und darf dann mit dem Flieger nachhause. Das ist eine mürbe Arbeit und diesmal zahlten sie nur 2/3 des normalen Tariffes. Wahrscheinlich hatte der Botschafter in Bucuresti sein Playboyheftchen vergessen und ich durfte das nachliefern. Die Uebergabe hatte perfekt geklappt, der Koffer war pünktlich in der richtigen Toilette und alles ging gut, bis ich in Wien fast den Anschluss verpasst hätte. Dies nur, weil der Wurstbuden-Eigentümer sich soviel Zeit liess, meinen Hot-Dog zu heizen. In allerletzte Minute konnte ich noch aufspringen, dabei hatte sich der Koffer an der äusseren Haltestange verfangen und die Türe schloss automatisch. Ich war drin und der Koffer draussen und während der Fahrt kann die Tür nicht geöffnet werden. Das Schloss der Kette konnte ich nicht öffnen, den Schlüssel habe ich nicht, den gibts nur auf dem Amt und in Bucuresti...Mein erster Reflex war, die Notbremse zu ziehen, aber diese war gerade mal 10 Zentimeter ausser Reichweite. Der Kondukteur vertröstete mich auf den Grenzbahnhof, den wir innert weniger Stunden erreichen werden und brachte mir eine Nachttopf aus dem Schlafwagen, damit ich wenigsten Sitzen konnte. All dies überstanden, komme ich in Bucuresti an und es klappt nicht mit der Uebergabe! In so einem Fall sind die Weisungen klar, mit dem Koffer zurück nach Hause, so schnell wie möglich. Und so verpasst ich meine übliche Sause in Downtown Bucuresti, wo ich mich sonst immer mit den netten Mädels treffe. Zuhause angekommen, arg müde, wer kann schon in einem Zug mit einem angeketteten Koffer schlafen, rufe ich nach Standardprozedur meine Case-Officer an und erzähle ihm die Sache mit der missglückten Uebergabe. Da wird er ganz nett und entschuldigt sich, sie hätten sich mit dem code geirrt ich hätte nach Palermo fahren sollen, ob ich bereit sei, dies jetzt gleich zu tun. Ich winkte dankend ab und fragte, wie ich mich von dem Koffer berfreien könne? "Der Schlüssel befindet sich im Griff des Koffers, ob ich nicht instruiert worden sei, sie können ihn dann auf dem Bahnhof mit dem Vermerk 'des grossen Bruders kleiner Koffer' abgeben" und hängt auf.
Jetzt werde ich als erstes mal ausschlafen und geh' dann den Check einlösen. Cash ist das beste Pflaster.

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