17.4.06

Giuseppe - Freund der Freunde

Er führte uns in sein Zimmer. Ein kleines Zimmer mit wenig Einrichtung und der einzige Schmuck war ein Bild vom Rocky Corleoni, dem Boxer aller Klassen.
„Daher die krumme Nase?“ frage ich ihn. Er nickte und wollte mir seine Finte zeigen. Ohne zu überlegen, hatte ich den entsprechenden Bewegungsablauf durchgespielt. Natürlich entschuldigte ich mich sofort und half ihm aufstehen. Er hätte mir sagen sollen, dass er mit mir spielen wollte. Meine Reflexe sind nun mal automatisch. Es war mir ganz angst und bang, dass ich es jetzt mit ihm verscherzt hatte und sagte es ihm auch so. Er widersprach mir heftig und nahm mich fest in die Arme, damit ich ihm glaube.
„Nur zu gerne!“ Auch ich drückte ihn. Ein neuer Freund. Schön, wenn das so ab und an vorkommen kann.
„Morgen, wenn ihr zum Don geht, dann passt auf, dass Il Cicatrico Euch nicht dazwischen kommt. Der Don hat Euch nicht gesagt, wann ihr kommen sollt?“
„Nein“, niemand hatte uns Instruktionen gegeben.
„Am besten ist es, wenn ihr zur Zeit der Fütterung kommt, das ist seine Aufgabe, dann bin ich der Major Domo und kann euch ohne weiteres zum Chef bringen. Die Tiere kriegen um 10:30 zu Fressen und das braucht mindestens eine halbe Stunde.“
Wir versprachen, pünktlich zu sein. Auf dem Weg nach Hause stahlen wir noch zwei wunderschöne Havanna. Zu Hause war mir so schlecht von den Dingern, dass ich es gleich noch über den Balkonrand schaffte.
Also so schnell wie möglich ins Bett.

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