„Herein, avanti, entrez“ wurde meinem Klopfen beschieden.
„Zu ihren Diensten“, meldete ich mich formvollendet mit der galanten Burleske des Handkusses.
„Seien sei nicht albern, ich brauche keine Dienste, ich brauche einen Rat. Setzen Sie sich!“
Ich sass auf dem Stuhl und wollte eigentlich nur eins, dass sich mich aufforderte, ihr Diener zu sein.
„In einer Woche kommt der sagenhafte Valentine dan Dee. Ich möchte ihn so gerne einladen. Der Don ist einverstanden, hat mir aber gesagt, dass ich mich mit ihnen abstimmen soll, da sie der Mann sind, der sich mit der Sicherheit am besten auskennt. Ich will eine kleine Feier mit höchsten zehn Personen und fände es so schön, wenn wir die Loggia am See verwenden könnten, aber eben, das müssen sie entscheiden, da sie jetzt der neue Mann der Tat sind. Es darf unserem Gast ja sicher nichts geschehen. Allora? Cosa mi dite?“
Ich wusste nicht ganz, was sie von mir erwartete. Aber eins war klar, nicht das, was ich ihr hier, jetzt, mit grösstem Vergnügen und ohne weiteres gegeben hätte.
- Auch sie, wie alle Frauen, ein stilisierter Mann wie Valentino, den man in all den Filmen sieht, die sich Frauen ansehen. Und schon ist eine Referenz geboren und sogar verkörpert, mit all den Haken und Oesen an denen weibliche Sehnsucht das Träumen erwägt. Und was sagen, wegen der Loggia? Hatten wir denn so was? „Den Entscheid des Ortes der Feierlichkeiten treffen wir in letzter Minute, je weniger wir in diesem Zusammenhang wissen, um so weniger sind unsere Pläne den anderen bekannt. Womit die Doktrin des „Konter provokativen Kalküls“ in diesen Seiten auch mal zitiert wäre.“
Ihr war die Antwort nur ein Vorwand, weiter im Repertoire unersättlichen Anspruchs virtuos auf den Registern männschlicher Gefallsucht die erste Geige zu spielen. „Dave“, die Stimme fällt eine ganze Oktave, auf dieser einzigen Silbe, das Gurren macht derart süchtig, dass alle meine Rezeptoren nur noch eine einzige Quelle akzeptierten, sie - La Diva, „Dave, bitte schliess mir das Kleid.“ Da stellte sie sich hin, mir den Rücken zugedreht, beide Hände hoch im Nacken, die Haare entblössen die vollendeste Kruppe mit ihrer verführerischen Wölbung weiblicher Gunstsignale und das alles mit diesem Kleidchen, wo der Reisverschluss kurz oberhalb des Steissbeins anfängt und etwa 10 lang ist. Eine kurze Pause. Arme fallen lassen, Schultern kurz ausschütteln, fest ausatmen, tief einatmen, Denkpause und:
„Mit grösstem Vergnügen.“
Solche Verschlüsse kann man gar nie richtig schliessen.
Zeit, sich wieder der Handlung zu widmen.
So viel war gar nicht zu tun, wie pläuderlten und frotzelten noch eine runde Zeit und genossen den einen Augenblick nach dem anderen.
27.4.06
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