Die Instruktionen für die Immobiliengesellschaft waren schon umgesetzt und wir hatten eine Vorschlag für die Übernahme der Investition im alle tavola, einer renommierten Delikatessenhandlung. Der Vorschlag war so interessant, diesen Umweg liessen wir uns nicht nehmen. Waren sie schon in einem Delikatessengeschäft, das seine Aufgabe gut macht und alle kulinarischen Eigenheiten italienischer Tradition wohlfeil hält? Die handgemachte Pasta, Kräuter, Käse, Geräuchertes, vergoren und eingelegt.
Das Auge findet keine Ruh, jede Ecke enthüllt eine Fülle von Genüssen, die man gar nicht alle mitnehmen kann, die Sättigungsgrenze ist schnell erreicht. Der Inhaber führte uns. Die Arbeitsräume waren alle piekfein und bestens in Ordnung. Wir unterschrieben den Vertrag auf der Stelle und wir gaben die Transaktion frei mit Meldung an Compte Able.
Doch eine zweite folgte sogleich.
In der Innenstadt wollten wir eine kleine Wohnung nehmen, in der wir die Buchhaltung und die Kontoauszüge unterbringen konnten. Eine erfahrene Lady die voller Kompetenz so einen Papierkram lostreten kann, dass jedem Steuerverwalter die Normzeit für die Prüfung davon lief. Sie hatte alle Formulare bei sich, die wir unterschreiben sollten. Die interessantesten Informationen waren die Personalkaten. Ein wenig dünn, ein Blatt, eine Name, mit Bild und einer unleserlichen Unterschrift, die Bilder waren sehr schematisch gehalten und damit konnte fast jeder durch den Zoll. Auch das Organigramm vermissten wir ein wenig. „Domani“ beschied man unserer Frage. Alora, domani. Sie wollte noch wissen, welchen Stil wir bei der Einrichtung der Örtlichkeiten verfolgen wollten. Dabei zeigte sie uns mehrere Kataloge.
„Aus jedem, was ihnen am besten gefällt, wir brauchen hier in der Stadt eine funktionierende Infrastruktur, wir können ja nicht die ganze Zeit erzählen, wie wir die täglichen Aufgaben meistern.“
Das Privileg des Schauspielers ist die Unabhängigkeit vom Alltag, es sei den ein Taucher ist rollenrelevant. Unser kleines Imperium war sicher noch im Aufbau, aber die Grenzen lagen im Moment bei uns. Die Lady hatte einen ganzen Stab hilfreicher Hände. Morgen erste Pressekonferenz, als erstes mit den Reportern der cosa-loyalen Presse. Ein Abreibung unter Freunden gewissermassen. Danach ein kurzer Auftritt in der Versammlung, die Slides haben die Ehrwerten Member schon erhalten, wir sollten nur kurz auftreten und unser Sprüchlein aufsagen – Sie finden es auf Seite „instruzione“ ihres persönlichen ComPost’s. Dabei überreichte sie uns je ein ding, dem man gar nicht mehr ansah, was alles damit gemacht werden kann.
„Das Handbuch ist self-extract und auto-play, wenn sie die Taste unten links länger als eine Zehntelssekunde drücken. Wenn Sie weitere Fragen haben, dann bitte über die Hotline, wir haben ein ausgeklügeltes Fehlerhandling. Danke!“ die letzten Silben e
Weg war sie, sicher noch viel zu tun.
Der Plan war klar und deutlich beigelegt und bis morgen waren nur Freistunden. Ein Durchgang Wellness, zu Ehren der Geschäftsgründung. Der Dampf, die Hitze, die Waschung – alles dazu angetan, Orpheus gut gewappnet in die Arme zu fallen.
19.4.06
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