22.4.06

........ war das wirklich Absicht? PrntScrn.....

Sie hatte mich ausschlafen lassen. Danke. Als ich feststellte, wie spät es schon war, war ich in Windeseile aus den Federn, unter dem Warmwasserfall durch und mit der Routine des Aufstehens fertig. Dabei musste ich zuerst meine Kleider in der ganzen Wohnung zusammensuchen. In der Küche hatte sie mir eine Notiz hinterlassen, die steckte ich ein. Wenn Rasse und Klasse stimmen, sollte man am Ball bleiben. Mit dem Handy hatte ich schnell Asy lokalisiert, er war schon vor Ort und erledigte diverse Aufgaben und Tasks. Wir hatten ein mail von Compte Able erhalten, in den er uns schrieb, wir sollten den Ball flacher halten und auf weitere Instruktionen warten. Das bremste uns natürlich enorm. Also faulenzen oder blau machen. Die Wahl fiel uns so leicht, dass wir stundenlang zögerten. Zudem, wir waren bei Asy, hatten wir wieder Probleme mit dem Internet und konnten den Veranstaltungskalender nicht einsehen. Asy war sichtlich genervt. Er als Spezialist musste sich von mir einige bissige Bemerkungen gefallen lassen. Das traf in stark in der Berufsehre, obwohl er gar nicht Informatiker ist, und deshalb wollte er der Sache auf den Grund gehen. Sie wissen ja wie das ist, wenn ein versierter Informatiker ein Problem zur Hand nimmt. Da wird ausgeufert und cross gecheckt, mappings konsultiert und dlls sortiert. Nach einer Weile legte ich mich auf die Couch und erging mich in meinen Gedanken, das ist ein weites Feld und ich erspare Ihnen all meine Mäander. Aufgeschreckt durch einen lauten Fluch aus dem anderen Zimmer, erhob ich mich und ging zu Asy rüber. Er war ganz fahl. Mit grossen Augen sah er mich an und zeigte auf den Bildschirm. Ich war auch ganz überrascht, im Zusammenhang mit der Informatik habe ich Asy noch nie erlebt, als wäre die Welt im Untergang. Ich blickte auf den Schirm und konnte immer noch nicht nachvollziehen, was ihn so beunruhigte. Der Bildschirm war voller Zeichen und das ist ja gut so, was soll uns ein Computer anderes zeigen?
„Wir sind ganz tief in der Sch…“, dass ihm dieses Wort im Hals stecken blieb ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, was er entdeckt hat. Nur mir war das damals noch nicht klar. „Ja, und…? Was ist?“
Er holte tief Luft, blies sie ganz hörbar in die Stille, die uns umgab, dann holte er nochmals Luft und „Dave, mein lieber Dave, wie schnell kannst du rennen?“
„Gar nicht, wieso sollte ich?“
„Wir haben ein Rieieieieieieiesenproblem. Ich habe endlich herausgefunden, auf wessen Kosten wir im Internet surfen und diese Entdeckung ist schlimmer, als alles was ich mir je hätte träumen lassen.“
„Ja, sag, um was geht es?“
„Wir sind im Netz von …..“
„Na?“ anscheinend hatte es ihm die Sprache verschlagen, auch das erste Mal, seit ich ihn kenne. Es wurde mir langsam mulmig. Asy ist der kühlste Freund den ich habe, aber im Moment hatte er Wallungen, das war offensichtlich.
„Wir sind im Netz von …, wir sind im Netz von – Kah Osz.“
Mir flogen tausende von Bruchstücken um die Ohren. Schlimmer hätte ich es mir auch nicht vorstellen können. Kah Osz. Der ultime Schreck und Vernichter des Establishments, der Terrorist par excellence. Die ambulante Bombe, von der ganzen Welt gejagt und der grösste Schreck in unserem Universum. Irgendein kleiner Teil in mir hoffte noch darauf, dass Asy wieder einmal einen seiner schlechten Witze machte, aber als ich ihn so ansah, wusste ich, dass dies nicht der Fall war. Bleich wie ein Lacken, langsam stieg ihm ein Grün ins Gesicht, das typisch ist für die Dunkelhäutigen, wenn sie weder auf dem Damm noch dem Dampfer sind.
„Wie gross ist die Chance, dass die wissen, was wir wissen? Oder gibt es noch eine kleine Chance, dass du dich täuschst?“
„Täuschen? Nein! Ausgeschlossen. Ob sie schon wissen…? Vielleicht nicht…“
Vehement riss ich den Stecker unseres Funkempfängers aus dem seinem Sockel. So waren wir wenigsten nicht mehr im Netz. Dankbar schaute Asy mich an. Er hatte wirklich sein ‚sang froid’ verloren. Dann beugte ich mich über den Schirm und begann langsam zu lesen, was da geschrieben stand. Geistesabwesend drückte ich auf die Taste PrntScrn.

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