24.4.06

Abschussliste und Gebetsmühle

Es war offensichtlich die Anweisung zu einem Attentat. Der Termin war noch nicht klar, aber das Ziel und das Vorgehen waren detailliert beschrieben. Valentino dan Dee, der weltbekannte Schauspieler sollte bei seinem Defilee anlässlich der Premiere seines neuesten Films in unserer Stadt umgenietet werden. Damit war eigentlich auch der Termin klar, dieses Evenement war das Highlight der nächsten Woche, auf das die ganze Stadt hinfieberte, wenigsten die Damen und Dämchen, Girls und Modies, die sich in diesen Laffen verguckt hatte und das waren so etwa 98% der weiblichen Bevölkerung. Die Tatwaffe war eine besonders teuflische, sie wollten die Kanalisation mit dem Stadtgas fluten und im Moment, wo der Star über die Kreuzung des glorreichen Westens fährt, wird gezündet. Wenn die Kanäle voller Gas sind, dann reicht das nicht nur für dan Dee sondern auch für all die Fans, die sicherlich den Weg seines Triumphes säumen werden. Das sind vor allem Frauen, der Typ mit der unwiderstehlichen Stimme ist nicht, was sich die Männer als Vorbild nehmen, aber die Ladies sind da ganz eigen, es gibt wohl keine Frau, die nicht davon träumt, mit diesem Mann zusammenzutreffen, dass er Mitglied einer eher verrufenen Sekte war, konnte sie nicht hindern, ihn zu vergöttern. Der Grund für die Ermordung, diese öffentliche Hinrichtung, war nirgends ersichtlich, aber Kah Osz ist nicht der Typ, der sich mit Fragen der Ideologie aufhält und seine Ziele sind ganz unterschiedlicher Qualität, Hauptsache es sind Vertreter des Erfolges und Exponenten unserer abendländischen Gesellschaft, auf jeden Fall aber immer Vertreter des Erfolges in unserer Konsumwelt.
Mit dieser Information waren wir wirklich Todeskandidaten wider Willen.
„Wie kommt es, dass diese Instruktionen nicht verschlüsselt sind? Das sollte, doch gar nicht lesbar sein! Wieso könne die ihren Politisch… nicht verschlüsseln, dann wären wir fein raus, ich hätte es nie gelesen und wir wären jetzt dabei uns für den heutigen Ausgang fein zu machen.“ Die Frage war sicher berechtigt, aber half uns auch nicht weiter, Asy hatte einige Theorien. Der Strick, an dem wir über dem Abgrund baumelten, legte sich immer enger um unseren Hals.
„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa….“ Meine Ruhe war dahin. Es ist ja einfach, ein toller Hirsch oder ein fescher Hecht in der Stadt zu sein, aber Kah Osz ist ein Kaliber, da wird sogar dem Verfassungsschutz ungeheuer. Und wir … in seinem Netz. Eingewickelt und zukünftig Karpfenfutter.
„Haben wir noch Zeit für ein letztes Gebet?“