Asy schaute mich an und gab mir wortlos zu verstehen, dass meine Art und Weise der Lager Herr werden zu wollen, gar nicht ankam. Er machte einen Printscreen und stellte seinen Computer ab. „Lass die nächsten zwei Monate ja die Finger davon. Vielleicht haben sie uns ja noch nicht geortet.“ In einem Anfall von Verzweiflung nahm er sein Stillet und stach durch die Platine seines Computers. „Und dabei wollte ich meine Familie nachkommen lassen, jetzt wo ich einen gültigen Pass habe.“
Ich ertrage es nicht, wenn ich einen Mann weinen sehe und ging auf die Terrasse. Frische Luft ist immer noch ein Heilmittel für blank liegende Nerven. Doch es gab keine Erleichterung. Am besten wir machten uns aus dem Staube. Asy war schon am packen, als ich in die Stube kam. „Lass uns gehen.“
Ohne Sentimentalität grabschten wir die wenige Sachen, die es sich lohnte mitzunehmen und gingen auf dem schnellsten Weg zum Don. Nicht, dass wir uns Hilfe vom Don erwarteten, der legte sich sicher nicht mit dem internationalen Terrorismus an. Da ist kein Geld drin und diesen Trubel spart er sich sicher gerne. Vielleicht ein, zwei Unterstützende Massnahmen, wenn es sich nicht umgehen lässt und die Bezahlung stimmt. Der Don ist zwar ein versierter Politiker und hat aus allen Parteien Vögel, die bei ihm den Schnabel netzen, wie man es nennt, wenn Schmiergelder die Hand wechseln. Aber, so sein Credo, keine Aktion um der Politik willen. Die einzige politische Institution, die in wirklich interessiert ist die Nationalbank und die staatliche Einkaufszentrale, wo er einige Amici hat. Alles was wir wollten, war eine Absteige, wo wir einigermassen in Sicherheit waren. Asy hatte schon beim letzten Besuch eine Liste hinterlassen, welche Schritte und Massnahmen zu unternehmen, bzw. einzuleiten sind, um die Sicherheit zu erhöhen. Wir profitierten von unserem unangemeldeten Auftauchen und wurden auch prompt erwischt, als wir versuchten, über die Felder hinter dem Anliegen ins Haus zu schleichen. In der Küche feierten wir ein freudiges Wiedersehen mit dem Personal und wurden prompt verwöhnt. Im Gegenzug mussten wir einige unserer Stories zu besten geben, aber mit den Sorgen, die wir hatten, fielen unsere Schilderungen einigermassen nüchtern aus und das Publikum kam nicht auf seine Kosten. Wir baten um Entschuldigung und Giuseppe brachte uns in unsere Zimmer. Wir berieten noch eine Weile, was wir den für Optionen hätten, als plötzlich das Telefon läutete.
„Caro Davide“, so nannte mich nur die eine Frau der Welt, der ich unter keine Umständen widerstehen kann, La Diva. „Caro Davide, sind sie es?“ In meiner Benommenheit hatte ich noch gar kein Wort sagen können.
„Si, si….“
„Ah l’uomo con il braccio di ferro. Leider ist heute keine Party, sonst hätten wir wieder tanzen können. Sie sind der beste Tänzer, den ich seit langem getroffen habe.“
Ich wollte wissen, seit wie lange, brachte aber den Mut nicht zusammen.
„Ich brauche ihre Hilfe, sie sind ein Mann der Welt und da hier in diesem Hause ausser dem Don nur Muskelmänner leben, bitte ich sie um Rat.“
Ich eilte, ich flog, alles, um ihr zu Diensten zu sein.
25.4.06
Inscription à :
Articles (Atom)