Da Narbo nicht zugegen war, ging ich in die Stallungen und schaute nach dem Rechten. Das kam auch ohne mich aus, die Mitarbeiter hatten alles im Griff und brauchten niemanden, der ihnen sagte, was sie tun sollen. Ich hatte das als Frage formuliert und sie hatten mit der bejahenden Antwort so was wie ein Freipass. Den detaillierten Bericht werden sie mir zukommen lassen, wenn es sich aufdränge. Ich warf noch einige Rinderknochen zu den Hyänen und hörte schaudernd, wie sie diese aufbrachen, um an das Mark heranzukommen. Der Stoff aus dem Albträume sind.
Asy hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Gestern hatte er nicht die ganze Nacht mit uns gefeiert, seine Gespielin fand, dass der Sand einfach unausstehlich sei und sie bräuchte ein Bad. Da hat er sie in das Auto gepackt und weg waren sie. Mit ein Grund, warum ich liegen geblieben bin, ohne Auto war ich gebunden.
„Asy, wie war letzte Nacht?“
„Wonderfull!“ Jedes Mal, wenn er ins Schwärmen kommt, dann ist Englisch seine bevorzugte Sprache. Wahrscheinlich, weil er in der Muttersprache nur den Vater gehört hat und er seinen Zugang zu den Gefühlen erst durch seinen Rock- und Popgenuss gefunden hat. Ich brauchte keine weiteren Angaben. Ich konnte mir gut vorstellen, was und wie er erlebt hat – und das alles ohne den Sand, den ich immer noch zwischen den Zehen spürte.
„Sag mal, hast Du eine Idee, was wir mit dan Dee machen? Langsam sollten wir das wissen, wenn wir ihn nicht einfach seinem Schicksal überlassen wollen.“
„Ja, ich habe eine Idee. Er kommt ja am Abend vor dem Defilee zum Don in die Villa. La Diva hat die Einladung abgeschickt?“
Ich war nicht ganz sicher.
„Wenn er dann bei uns ist, können wir ihm ja etwas ins Essen mischen, damit er am nächsten Tag so krank ist, dass er nicht am Defilee teilnehmen kann.“
„Sehr gute Idee! Wow, Asy du bist ´ne Wucht.“
„Das ist ja was ich sage. Aber ich bin mir nicht sicher, wie wir ihm etwas in das Essen tun können. Haben wir Zugang zur Küche, wie wissen wir, welchen Teller er hat und was ist das richtige Mittel?“
„Asy, diese Punkte wirst Du sicher noch erledigen. Ich habe vollstes Vertrauen in dich. Das mit dem Teller ist eine einfache Sache. Wir sind ja jetzt die Sicherheitsbeauftragten des Dons. Um eben diese Sicherheit sicherzustellen, wirst du dich als Kellner unter das Personal mischen – und im rechten Moment greifst du dir den Teller und Schwupp, le tour est joué!“ Ich konnte mich kaum mehr erholen, wir hatten die Lösung, bis auf:
„Was soll ich denn in den Teller kippen?“
Diesen Punkt werde ich noch klären, versprach ich ihm. Ich hatte schon eine wage Vorstellung, was in Frage käme, wollte mich aber noch mit einer Bekannten absprechen, die pharmakologische Kenntnisse hat. Das Mittel sollte so wirken, dass der Abend nicht darunter litt und wenn irgend möglich sollte niemand auf den Verdacht kommen, dass etwas mit dem Essen beim Don nicht in Ordnung war. Der Koch hätte sicher eine schlechte Stunde, wenn dem Don auch nur ein Hinweis unterkäme. In diesen Punkten verstand er keinen Spass und - ernsthaft – spassig war die Idee ja nicht: dem Gast der La Diva wird speiübel und übergibt sich zu Tisch… Dieses Bild…
Ich schrieb mir noch einige Szenarien auf. Ein fall back Szenario musste ich mir noch einfallen lassen. Das gehört in jede stringente Planung und es kann ja jedem passieren, dass er mal flach auf den Rücken fällt.
Inscription à :
Articles (Atom)