10.4.06
Bank und weisse Trüffel
Gebaumelt hat es schon – seidenfein, so hätte sich mein Kollege Christ ausgedrückt. Erholung inklusive. Asy hat schon wieder angerufen. Es geht gut, die Reise war sehr angenehm- da sie erst so spät gebucht hatten, war nur noch erste Klasse verfügbar und er habe die ganze Getränkekarte rauf und runter geturnt. Als Folge habe er die Bekanntschaft mit den Papiertüten gemacht und die begleitenden Polizisten mussten ihn auf dem Macadam kräftig stützen. Die Kontakte die uns interessieren seien geknüpft, aber in diesem Milieu sei es normal, dass zuerst die Personalien geprüft würden und das sei alles gut so. Also machte ich mir keine Sorgen um unser Vorhaben und tätigte in weiser Voraussicht einige Einkäufe: Champagner, Gänseleber, weisse Trüffel und ein Kochbuch - denn Gänseleber habe ich noch nie zubereitet. Aus Sicherheitsüberlegungen und auch um mich in die mondäne Welt des Vermögenden einzuleben, brachte ich die verbleibenden Pass-Rohlinge in ein Schliessfach bei der Bank. Der Service war hervorragend und wenn die Lady nicht noch plötzlich andere Verrichtungen gehabt hätte, wäre es mir sicher gelungen, ihr einen Schlummertrunk zu spendieren. So ging ich alleine weiter und verbrachte den Abend schon wieder in einem Kino. Morgen wird es spannend, Asy wird die Leute treffen und dann haben wir eine Idee, wie viel die Pässe wert sind. Ich bin sicher, dass es so viel Geld sein wird, wie ich noch nie besessen habe. Mit diesen beruhigenden Gedanken schlief ich ein.
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